Digitale Sucht

Alle Dinge sind Gift, nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist – Paracelsus

Spätestens seit Sigmund Freud kennen wir die große Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung für das spätere Verhalten des Menschen. Nicht nur die sexuellen Neigungen, die er besonders unter die Lupe genommen hat, wird schon vorgeformt, sondern auch das breite Feld des späteren sozialen Miteinander. Eine ganz junge Form der digitalen Überflutung ist der Gebrauch von Smartphones der bereits die erste Generation von Müttern oft in exzessiver Weise erfasst hat. Die Online-Spielsucht ist kürzlich in den offiziellen Katalog eigenständiger Erkrankungen aufgenommen worden und das nicht ohne Grund. Es wird noch dauern bis wir diese neue Entwicklung in ihrer Bedeutung für die nächste Generation untermauern können. Erste Hinweise etwa aus der „Smartbaby“ Studie deuten aber bereits klar in eine bedrohliche Richtung und sehen ganz anders aus als die bunten Figuren die unentwegt auf unseren Tablets fröhlich oder auch kriegerisch herumtanzen und uns stundenlang in ihren Bann ziehen. Es steigert die Herzfrequenz des Babys wenn die Mutter nicht mit ihren Augen und ihrer Sprache Kontakt hält sondern mit ihrem ständigen Begleiter, der Smartphone. Seit der Entdeckung der Spiegelneurone können wir uns auch erklären wie es dazu kommt, dass Kinder das Verhalten der Eltern oft bis ins kleinste Detail nachahmen. Es ist noch nicht wissenschaftlich belegt, dass da schon der Grundstein für eine spätere Handysucht werden könnte. Der sich gerade entwickelnde Nachwuchs könnte es als normal empfinden, dass er später einmal nicht mit seinem menschlichen Gegenüber sondern mit den flimmernden Cyberwesen kommuniziert. Hoffen wir, dass ich da völlig daneben liege! Sehr wahrscheinlich ist, dass sich laut Professor Brisch vom Institut für Early-Life-Care an der medizinischen Paracelsus Privatuniversität Salzburg ab der sechsten Lebenswoche wo das Baby zu lächeln beginnt und den direkten Austausch von Gesicht zu Gesicht sucht Verhaltensstörungen aufbauen können, wenn die Mutter statt sich ihrem Kind zu widmen, immer wieder ins Handy gafft. Messungen zeigen bereits, dass die weiße Gehirnsubstanz wo die Bahnen für Sprachfähigkeit und das Erkennen von Gegenständen verlaufen eine geringere Dichte zeigt. Bei Kindern die täglich viele Stunden vor den Flimmerkisten sitzen, sprechen Psychiater von negativen Auswirkungen auf ihre emotionale Entwicklung. Diese digital geprägte Lebensweise wird unsere gesellschaftliche Zukunft gewiss beeinflussen und es werden individuelle Faktoren wie persönliche Veranlagung, Umfeld und Intelligenz modulieren. Lassen wir aber neben den Annehmlichkeiten die uns die digitale Vernetzung eröffnet nicht die Gefahren außer acht. Spielsucht und Abkehr von der realen Welt können einen problematischen Krankheitsfaktor mit großer Breitenwirkung bedrohlich entfachen. Nutzen wir diese modernen Möglichkeiten mit Bedacht aber lassen wir uns nicht davon abhängig werden. Erinnern wir uns an den großen Arzt aus dem Mittelalter Paracelsus der da sagt: „Alle Dinge sind Gift, nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

 

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